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Kunstprojekt 7000 Eichen

  • Der Künstler und sein Werk
    Der Künstler und sein Werk

    ... Künstler Joseph Bauys hat die Basaltstelen für sein Kunstwerk 7000 Eichen persönlich ausgewählt.

  • Gestein als Naturspektakel
    Gestein als Naturspektakel

    ...im Steinbruch Landsburg fand Beuys die von ihm benötigten Basaltstelen.

Der Künstler und sein Werk

Ein Baum, ein Stein. Ein Baum, ein Stein. 7000 mal.  „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ unter diesem Motto startete Joseph Beuys, einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, anlässlich der Documenta 7 in Kassel die spektakuläre Kunstaktion „7000 Eichen“. Neben jeden Baum stellte er eine Basaltstele von der Landsburg. 

Es ist eines der aufwändigsten, teuersten und langwierigsten Kunstwerke überhaupt. Erst fünf Jahre später wurde das letzte Ensemble aus Baum und Stein gesetzt. Joseph Beuys selbst, der wie kein anderer den Blick auf die Kunst und das Kunstwerk in ihrem Verhältnis zur Gesellschaft nachhaltig verändert hat, erlebte die Vollendung seiner sozialen Plastik nicht mehr: Er starb 1986, ein Jahr bevor seine Witwe und sein Sohn den letzten Baum auf dem Platz vor dem Fridericianum pflanzten und die letzte Stele  daneben aufstellten. Das Besondere: die markanten Basaltsäulen stammen aus dem Steinbruch Landsburg bei Frielendorf. Seit 1963 ist die Abbaustätte im Besitz der Stormarnwerke, die Ende 2010 von der  MKW  übernommen wurden.

Wer den Steinbruch einmal besucht hat, der kann sich ganz gut ausmalen, welche Faszination die Landsburg auch auf den Düsseldorfer Künstler ausgeübt haben mag: Steil ragen die Basaltsäulen im hinteren Bereich zum Blau des Himmels empor, fast waagerecht liegen sie im vorderen Bereich und geben den Blick frei auf das Gestein als Naturspektakel mit seiner ganzen formlichen und farblichen Vielfalt.
„Joseph Beuys ist mehrfach auf der Landsburg gewesen und hat sich den Basaltseinbruch ganz genau angesehen“,  erinnerte sich der damalige Geschäftsführer der Stormarnwerke, Robert Schmidt. Der berühmte Künstler und Kunstprofessor fand auf der Landsburg genau die Basaltsäulen, die für sein Aktionskunstwerk am besten geeignet waren: etwa 1,20 Meter lang, mit einem Durchmesser von 30 bis 50 Zentimetern. „Mit dieser Aktion wollte Beuys vor allem einen nachhaltigen Beitrag zur Begrünung der Stadt leisten. Nur mit dem Pflanzen der Bäume alleine hätte er längst nicht so viel Aufsehen erregt“, erinnerte sich Robert Schmidt. Erst die Zuordnung der sechseckigen Stelen  aus Basalt zu den lebenden Bäumen habe die Pflanzaktion zu einem Kunstwerk gemacht. 
Die Zusammenarbeit mit Beuys ist Robert Schmidt ebenso positiv in Erinnerung geblieben wie die Tatsache, dass der Mann mit dem Filzhut und der Anglerweste unheimlich gut zeichnen konnte. „Mit ganz wenigen Strichen hat er Eichenbaum und Stele skizziert“, sagte Schmidt. Innerhalb eines knappen Jahres lieferten er und seine Mitarbeiter neben dem Alltagsgeschäft der Baustoffproduktion die 7000 Basaltsäulen aus einem vorderen Teil des Steinbruches. Von dort wurde das schwere Gestein auf Lastwagen geladen und direkt auf dem Friedrichsplatz in Kassel abgeladen.


Paten für das Kunstwerk

  • Das Material im Steinbruch
    Das Material im Steinbruch

    ...steil ragen die Basaltwände in die Höhe.

Das Material im Steinbruch

„Beuys war nicht nur ein Künstler, sondern er zeichnete sich auch durch einen erstaunlichen Geschäftssinn aus“, berichtete Friedrich-Karl Trescher, der bis vor kurzem die Geschäfte der Stormarn-Werke führte. Beuys hat zur Refinanzierung seines rund 3 Millionen D-Mark teuren Kunstwerks Paten gesucht. 500 Mark hat die Übernahme der Patenschaft für eine Baum-Stein-Einheit gekostet. Eine größere Anschubfinanzierung erhielt Beuys von einer Stiftung aus New York. So kam es auch, dass einige der Basaltblöcke nach New York geliefert und im „Big Apple“ aufgestellt worden sind.

Die Aktion „7000 Eichen“ ist die einzige Arbeit in der Geschichte der documenta, die zwei Ausstellungen zeitlich miteinander verbindet. Mehr noch, mit dieser Pflanzaktion hat sich das Stadtbild von Kassel in den vergangenen drei Jahrzehnten nachhaltig verändert. Ein virtuelles Straßenkastaster im Internet gibt Auskunft über die Standorte der Baum-Stein-Symbiosen (www. 7000eichen.de)  Zudem benannte die Stadt Kassel anlässlich des 30. Jahrestages der Beuys-Aktion eine Straße neben dem Kulturbahnhof nach dem berühmten Künstler.